Engel links, Teufel rechts - Was darf ich überhaupt noch ohne schlechtes Gewissen tun?


Urlaube sind schon etwas schönes, denn man nimmt sich hier endlich mal die Zeit für Dinge, die man zu Hause wohlmöglich ohne schlechtes Gewissen nicht tun würde. Ich komme gerade aus meinem Herbsturlaub zurück und mir fällt auf, kaum zu Hause angekommen fühle ich mich fast schon schlecht, wenn ich einfach nur belanglose Dinge tue, wie ich das teilweise auch mal im Urlaub getan habe. Sicherlich haben wir im Urlaub auch einiges unternommen, schließlich sind wir immer auf der Jagd nach einem neuen Abenteuer oder etwas, das wir zuvor wirklich noch nie getan haben. Aber unteranderem gab es auch die berühmten Pool Tage, an denen wir nichts anderes getan haben, als am Pool herumzugammeln. So richtig Urlaub eben, wie man es sich eben vorstellt: Ausruhen, chillen, nur die nötigsten Bewegungen machen und sich mal Zeit für Belanglosigkeiten nehmen. Ich finde, das ist völlig in Ordnung und es muss sogar mal sein, besonders wenn der Körper so richtig danach „schreit“. Wenn man sich dann sogar darauf freut, sich wie ein Grillhänchen auf dem Liegestuhl hin und her zu wälzen und einfach auch mal im Handy zu stöbern, Facebook zu checken, ein Buch zu lesen oder zu hören (hier kann man sich super die Zeit nehmen, seine vorgenommenen Bücher anzugehen) oder wirklich sogar ein Nickerchen zu machen… Man, das ist doch genau was Urlaub ausmacht, oder?

In meinem Stöbern durch Facebook und Co überkam mich dann aber doch allmählich das schlechte Gewissen. Ich folge natürlich sehr vielen Bloggern, Motivationsrednern und Unternehmern. Dabei springen mir immer wieder kurze Videos und Beiträge ins Auge, in denen (ironischer Weise per Videos über z.B. Facebook) davon geredet wird, man solle doch seine Zeit mit sinnvolleren Dingen verbringen, als durch seinen Facebook Feed zu stöbern, sich Videos anzuschauen (meistens ist hier die Rede von Katzen- und Hundevideos, die aber auch echt süß sind) oder mit anderen Belanglosigkeiten die Zeit zu vertreiben. Die wenige Zeit die wir haben, müssen wir unbedingt mit etwas Produktiven befüllen, da wir sonst unsere sonst so kostbare Lebenszeit verschwenden. Beim Anschauen solcher Videos trifft mich das, ich fühle mich schlecht und überlege verzweifelt, was ich entgegen meiner Lust, jetzt einfach mal so etwas belangloses zu tun, doch Produktives jetzt machen kann. Ich schaue weitere Videos dieser Motivationsredner an um mir Ideen zu holen, wie ich besser und optimierter meine Zeit in meinem Urlaub verbringen kann.

Aber Moment mal…

Dieses schlechte Gewissen hat mich nachdenklich gemacht. Schließlich habe ich mit gutem Gewissen, aus reiner Lust und Laune heraus mit dem „Herumgammeln“ angefangen. Ein Gefühl, das sich Anfangs wirklich gut angefühlt hat, fast wie eine Belohnung für die anstrengenden letzten Wochen und Monate. Wenn mich jemand fragen würde, war es so, als hätte dieser kleine „Engel auf meiner Schulter“ gesagt „Das hast du dir jetzt verdient, also mach einfach worauf du Lust hast“. Und kurz darauf, nachdem ich mich habe berieseln lassen, nachdem mir mit jedem Video immer stärker vorgepredigt wurde „Du sollst nicht chillen!“, verwandelt sich der Engel auf meiner Schulter plötzlich zum Teufel. Aus meinem erst so guten Gefühl wurde plötzlich ein schlechtes. „Du kannst doch nicht einfach nur so da liegen und nichts tun“ sagte ich mir ("Entschuldigung, ich hätte da gerne ein Problem"). Also habe ich mit einem Wischen nach oben meine App auf meinem Smartphone geschlossen und habe verzweifelt nach Ideen gesucht, was ich doch so Produktives jetzt machen könnte. Ich hätte ein Buch weiterlesen können, habe ich aber im Flugzeug schon einen regelrechten Lesemarathon abgehalten und ein Buch, das ich schon lange hatte, fertig gelesen. Zudem habe ich in meiner Audible App gerade noch ein Hörbuch, dass ich fertig zu hören habe und wollte da nicht auch noch ein nächstes Buch zu einem völlig anderen Thema anfangen. Ich hätte Brainstorming machen können, was ich allerdings bereits vor meinem Urlaub intensiv bei einem Abendessen mit einem meiner besten Freunde und Unterstützer getan habe. Mein Kopf war also voller Ideen die ich teilweise sogar schon in Reinform auf Papier gebracht hatte. Naja, hätte ich diese Ideen nun auch umsetzen können, fehlte mir allerdings hier die Technik, die ich bewusst nicht im vollen Umfang habe in meinen Urlaub mitnehmen wollen. Ich hätte so vieles machen können…

…warum habe ich ein schlechtes Gewissen?

Meine Gedanken kreisten immer mehr. Doch immer weniger fragte ich mich, warum ich denn nichts Produktives zustande bringe an diesem Pool Tag. Vielmehr stellte sich mir allmählich eine neue Frage: „Warum habe ich eigentlich ein schlechtes Gewissen, wenn ich nichts tue?“ Bei LIVABLE.YOU dreht sich alles um das #BSTYOU, die beste Version deiner selbst. Sprich wie kannst du dein Leben, deinen Alltag und deine Handlungen gestalten, um jeden Tag eine bessere Version von dir selbst zu werden? In der Vergangenheit dachte ich dabei, es geht hier wesentlich um Zeitoptimierung, um die Feinjustierung deiner Aktivitäten, deiner alltäglichen Dinge. Ich dachte, es geht darum so viel wie möglich zu tun und zu arbeiten, denn das ist der wesentliche Schlüssel zum Erfolg. Schließlich wird dies von so jedem erfolgreichen Blogger, Redner oder sogar Star so verbreitet. Sätze wie „Erfolg entsteht, wenn du stets mehr tust als alle anderen" brennen sich in unseren Köpfen ein. Diese Sätze werden zu unseren neuen Glaubenssätzen und ja, sicherlich gibt es schlechtere Glaubenssätze als Sätze zum Thema „Disziplin". Müssen wir Disziplin halten um etwas zu erreichen? Sicherlich. Doch denke ich, ist die Disziplin nur eine Seite der Medaille. Die verbissene Disziplin treibt in ein anderes Extrem, in ein Extrem, bei dem du ohne schlechtes Gewissen gar nicht mehr undiszipliniert sein kannst.

Zuerst ist mir das im Sport aufgefallen. Nun war ich in meinen Teenagerjahren nicht wirklich sportlich und habe auch nicht wirklich gesund gelebt. Rauchen, fettiges Essen, Party und Alkohol, naja, so wie sich eben Teenager so austoben. Ich war stark übergewichtig, habe mein Leben nicht so wirklich unter Kontrolle gehabt (lese hierzu doch einfach mal meinen Beitrag XYZ). Ich lebte also sehr undiszipliniert. Irgendwann habe ich den Entschluss gefasst, etwas an meinem Leben zu ändern. Mit dem Kampfsport kam meine Sportleidenschaft und Stück für Stück lernte ich mit Disziplin einen Weg, meine Ziele zu erreichen. Ich habe gelernt, hart für meinen Erfolg zu arbeiten und sicherlich hat es mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Doch auch mit all seinen schlechten Seiten. Denn stetige Disziplin ist alles andere als erholsam. Sie ist anstrengend, wie du sicherlich weißt. Oftmals frage ich mich, besonders bei den sehr harten Workouts, „Oli, warum tust du dir das eigentlich an?“ Ich sehe dann mein Ziel wieder vor Augen und verstehe, warum Disziplin so wichtig ist. Ziele wie ein Kilogramm Muskelmasse in 12 Monaten oder ein Sixpack für den Sommer treiben mich stets an. Doch seit anderthalb Jahren fällt mir auf, dass meine Pausezyklen immer kürzer werden und kaum eine Woche vergangen ist, in der ich nicht trainiert habe (ich erinnere mich da lediglich an eine volle und eine halbe Woche, in der ich mit einer Grippe im Bett gelegen hatte). So verbissen bin ich, mein Ziel zu erreichen. Ich setze mir immer neue Ziele und arbeite immer härter. Ich optimiere wo ich nur kann und trainiere wie ein Hochleistungssportler (wohlgemerkt neben meinem Haupt-, Nebenberuf, meinen Hobbys, Seminaren usw.) Und hier ist mir schließlich auch zum ersten Mal aufgefallen, dass ich den Engel auf meiner Schulter, der mich nur zu einem Wochenende Sportpause animieren wollte, als Teufel wahrgenommen habe, der mir vorwarf, undiszipliniert und faul zu sein, sollte ich wirklich ein Wochenende Sportpause einlegen.

Doch warum verwandelt sich der Engel in den Teufel, warum hat man dieses „schlechte Gewissen“, wenn man einmal etwas undisziplinierter ist? Und ist man dann wirklich undiszipliniert?

Von Informationen und Glaubenssätzen

Wir leben in einer Welt voller Informationen. Täglich werden wir förmlich mit Informationen zugemüllt. Genau gesagt erzeugen wir 50 Tausend Gigabyte pro Sekunde an Informationen. Und diesen Informationen sind wir teils ungefiltert im Internet ausgesetzt, sei es über Facebook, Twitter oder sonstigen Social Media Seiten. Einzig und alleine um die Strukturierung der Informationen und Daten kümmern wir uns selbst: Wir liken und folgen was das zeug hält und entscheiden somit, welche Informationen wir sehen wollen und welche nicht (so denken wir zumindest, aber das ist ein anderes Thema). Genau so kommt es dazu, dass ich im Urlaub beim durchstöbern meines Facebook Feeds Motivationsrednern und Bloggern begegne, die alle sagen, was ich doch zu tun habe: Arbeite hart! Bleibe am Ball! Verschwende keine Zeit! Sei diszipliniert! Gebe niemals auf! Ich höre und lese diese Worte so oft, dass ich ganz und gar fast schon denke, dass sind meine eigenen Worte und Ansichten, quasi meine Glaubenssätze (näheres zu Glaubenssätzen in einem späteren Blog). Bei tausenden Informationen pro Tag über Facebook und Co gibt es so viele verschiedene Ansichten, die oftmals absolut gegensätzlich sind. (Quelle: Big Data im Alltag: Interessante Fakten & Zahlen; https://www.vouchercloud.de/ressourcen/big-data-infografik, Stand 10.10.2018)

Für mich ist ein hervorragendes Beispiel hierfür das Thema Ernährung. Ich sehe täglich hunderte von Beiträgen, Bildern und Videos zum Thema der „richtigen Ernährung“. Der eine redet von Low Carb, der andere von Low Fat, dann gibts da noch Vegetarismus, Veganismus, Piscetarismus, Paleo und so weiter und so weiter. Die Veganer schwören dabei, dass nur die pflanzliche Ernährung die richtige Ernährung ist. Das ist ihr Glaubenssatz. Die „Karnivoren“ unter den Ernährungsspezialisten sagen dann widerrum „Nur Fleisch macht Fleisch“ (zugegeben, oftmals sind das die Bodybuilder). Welchen „Glauben“ wir jetzt wem schenken, das ändert sich von Zeit zu Zeit, welche Ziele wir auch haben, in welcher Situation wir sind etc. Wir sind also stets hin und her gerissen und wissen irgendwann gar nicht mehr, was wir überhaupt noch essen dürfen… oder eben glauben sollen. Makronährstoffe, Mikronährstoffe, ethische Gründe oder einfach weil YouTube Star XYZ auf einmal Vegetarismus geil findet. Im einen Moment bist du überzeugt davon, dass Vegetarismus Unsinn und „zu extrem“ erscheint, im nächsten Moment siehst du Videos von Lege- und Zuchtbatterien für Fleisch und Geflügel und dir vergeht gehörig der Appetit auf Fleisch. Dann isst du eben nur noch Fleisch vom Bio Bauern und hörst an der nächsten Ecke, dass Bio nicht gleich Bio ist und nicht unbedingt etwas zu bedeuten hat. Oder kennst du vielleicht die aktuelle Diskussion darüber, dass das allzu einst hochgelobte Kokosöl auf einmal sogar gesundheitsschädlich sein soll?

Die einfache Methode, dem Engel und Teufel Spiel zu entgehen

Was ist, wenn ich dir jetzt sage, dass du mit einer einzigen Methode diesem Glaubensdilemma entgehen kannst? Zugegeben, die Methode klingt sehr simpel, aber ist auch für mich (wie in meinem Urlaubsbeispiel zu erkennen) gar nicht so einfach umzusetzen. Die Rede ist von Achtsamkeit. Dieser Begriff stammt aus der Psychologie und beschreibt eine qualitative Wahrnehmung des menschlichen Bewusstseins. Einfach gesprochen, ist es ein klarer Bewusstseinszustand, der uns innere und äußere Einflüsse, ohne Vorurteile zu haben, im aktuellen Moment wahrnehmen lässt. Wir nehmen also bewusst wahr, was im aktuellen Moment geschieht: Was sind aktuell die äußeren Einflüsse? Was passiert in mir? Wie fühle ich mich? Was spüre ich?

Das beste Beispiel für Achtsamkeit, dessen Übung ich auch in Coachings einsetze, ist dabei die Konzentration auf die eigene Atmung. Zugegeben, das klingt jetzt nicht nach einem Geniestreich, ist aber dennoch sehr effektiv und beschreibt wunderbar das Prinzip der Achtsamkeit. Denn wer sich voll und ganz auf das Ein- und Ausatmen konzentriert, wie die Luft in und schließlich auch wieder aus dem Körper strömt, wie sich der Brustkorb hebt und senkt, wie der komplette Körper mit frischer Luft versorgt wird, der wird auf einmal, und wenn es nur für einen kurzen Moment ist, die Sorgen und Probleme von Morgen vergessen und im aktuellen Moment gefestigt sein. Die Kraft des Momentes ist überwältigend, wenn man diese erstmal verstanden hat. So kann man einfach mal im aktuellen Moment zuhören, welche Bedürfnisse beispielsweise der Körper aktuell hat: Wie geht es dem Körper? Fühle ich mich aktiv oder müde? Fühle ich irgendwelche Verspannungen oder Schmerzen? Fühle ich irgend ein Bedürfnis, z.B. Hunger? Wenn ja, auf was verspüre ich Hunger? Fleisch? Fisch? Gemüse? Was passiert in meinem Körper, wenn ich daran denke? Läuft mir das Wasser im Mund zusammen? Zieht sich alles zusammen? Damit sollst du erkennen, was wirklich im aktuellen Moment mit dir geschieht, ohne das Engel und Teufel spiel zu spielen, da du in der Achtsamkeit ohne Wertung handelst. Hast du z.B. Hunger auf Fleisch, dann lasse nicht das Engel und Teufel Spiel beginnen, dass dir sagt, Fleisch sei ungesund und passe aktuell nicht in deine Diät oder Ernährung. Denn schon wertest du damit deine Wahrnehmung wieder ab. Vielmehr solltest du dich auf das Bedürfnis konzentrieren und verstehen, woher dieses Bedürfnis kommt. Achtsamkeit bedeutet dabei, dass das Empfinden von Glück und Lebensfreude nicht von äußeren Bedingungen abhängig ist, wie zum Beispiel von der zu erhaltenden Anerkennung aufgrund unseres gesunden Lebensstils oder unseres Aussehens, was wir zum Beispiel mit einer bestimmten Diät oder Ernährung zu erreichen versuchen (was wir bestenfalls noch auf Facebook posten, um hier Likes zu bekommen). Wir schaffen dadurch eine Selbsterkenntnis und ein Verständnis für uns, unsere inneren Ressourcen und schaffen mehr Gleichgewicht für leichte aber auch schwierige Lebenssituationen. Dh. auch, dass unsere Entscheidungen einfacher fallen und wir uns nichtmehr von äußeren Einflüssen sagen lassen, was wir überhaupt noch ohne schlechtes Gewissen tun können. Denn wenn es sich richtig anfühlt, dann kann es nur richtig sein.

Um dir nun das Thema Achtsamkeit in einem ersten Schritt näher zu bringen, möchte ich dir anbei drei einfache Methoden dazu mit auf den Weg geben:

1.) Achtsamkeit durch Atem

Einfacher geht es nicht, denn diese Methode ist simpel und zeitgleich zu jeder Zeit anwendbar. Die Achtsamkeit durch Atem, wie sie auch in Mediation- und Entspannungsübungen eingesetzt wird, ist eine sehr alte Art und Weise, den aktuellen Moment wahrzunehmen und Probleme, Sorgen und unklare Bewusstseinszustände auszublenden. Dazu machst du wirklich nur eine Sache: Du konzentrierst dich auf deinen Atem, auf das Einatmen und das Ausatmen sowie auf den Zeitpunkt, an dem Ein- und Ausatem sich abwechseln. Spüre was der Sauerstoff durch das Einatmen in deinem Körper mit dir macht, spüre wie frische Luft zu all deinen Organen transportiert wird und diese mit Sauerstoff und Energie versorgt. Spüre wie beim Ausatem verbrauchte Luft und schlechte Energie deinen Körper verlässt. Spüre, dass du ruhiger wirst, dein Herzschlag ruhiger und gleichmäßiger wird, wie wohltuend dies ist. Spüre wie dein Brustkorb sich hebt, erkenne wie all die Sorgen und Ängste in diesem Moment verschwinden und du im Moment bist. Durch diese Methode erlernst du die Technik der Achtsamkeit und wirst mehr und mehr auf die Signale deines Körpers hören. Du wirst dann neben dem Atem irgendwann andere Bereiche deines Körpers spüren.

Meint Tipp: Verbinde nach der Atemmethode gleich die Körper-Scan Methode, in dem du deinen Körper stückweise, quasi wie ein Scanner, von oben bis unten abtastest und spürst, wie es dem Körper geht, ob es Schmerzen oder Verspannungen gibt etc. Mehr Achtsamkeit geht nicht!

2.) Gefühls-Tagebuch

Tagebücher sind nur was für Kinder? Nicht wirklich. Ich finde, dass Tagebücher eine sehr gute Methode sind, um sein #BSTYOU zu unterstützen und auch seine Achtsamkeit zu trainieren (hier möchte ich auch auf meinen Beitrag zu den Morning Pages hinweisen). Mit einem Gefühls-Tagebuch kannst du dabei all deine Gefühle des Tages noch einmal Revue passieren lassen und nochmal Achtsam wahrnehmen, was dich an diesem Tag beschäftigt hat. Das Gefühls-Tagebuch ist dabei zurückbetrachtend, dh. du trainierst quasi deine Achtsamkeit etwas anders als beispielsweise bei der Atem Methode. Dabei schreibst du, insbesondere wenn du an diesem Tag sehr aufbrausendes erlebt haben solltest (oder z.B. wie ich am Pool im Urlaub einen Moment hattest, an dem du mit der Situation nicht zufrieden warst und dich komisch gefühlt hast), einfach in dein Tagebuch: Was ist geschehen (Situation) und ggfs. wie kam es zur Situation? Welche Personen waren beteiligt? Wie habe ich in dieser Situation reagiert? Wie habe ich mich gefühlt? Warum habe ich so reagiert? Hätte ich gerne anders reagiert? Hätte es etwas gebracht, anders zu reagieren? Wie werde ich in Zukunft auf eine ähnliche Situation reagieren? Wie werde ich merken, dass ich die Situation besser gemeistert habe?

3.) Der Affen-Manager

Vielleicht hat der ein oder andere bereits von diesem Affen-Manager gehört, ich selbst habe diesen bereits während meiner ersten Berufsjahre einmal gelesen und danach nie wieder angeschaut. Ich habe damals einfach nicht verstanden, um was es dabei geht. Der Affen-Manager (Minuten Manager und der Klammer-Affe, Blanchard, Oncken, Burrows, 2002, Rowohlt Taschenbuch) besagt dabei, dass jeder von uns seinen eigenen Klammer-Affen auf seinen Schultern hat. Dieser repräsentiert die Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten, Projekte etc. eines jeden von uns. Jeder von uns hat seinen eigenen Affen. In einer ruhigen Minute solltest du dich dabei (auch gerne schriftlich) diesen Affen einmal anschauen und definieren. Dieses Bild sollst du nun durch deinen Alltag mitführen, dabei immer daran denken, dass du deinen eigenen Affen hast, aber auch dein Gegenüber seinen eigenen Affen besitzt. Sollte es nun zu einer Situation kommen, in der die zum Beispiel Aufgaben übergeben werden sollen, die nicht zu dir gehören, solltest du dir bildlich (Achtsamkeit) vorstellen: „Das ist nicht mein Affe“. Wenn du dich hingegen sogar schwer fühlst (eine Last auf den Schultern trägst) solltest du dich wiederum fragen, ob nicht vielleicht der Affe eines anderen auch auf deinen Schultern platz genommen hat. Viele gehen dabei nämlich mit dem Ziel durch die Welt, seinen Affen bestmöglich immer an eine andere Person abzugeben, um seine eigenen Schultern frei zu haben. Mit Hilfe dieser bildlichen Achtsamkeitsmethode kannst du dabei selbst inne halten und verstehen, ob du im Moment wirklich nur deinen Affen auf den Schultern trägst oder nicht sogar von zig anderen Menschen.

Mein Tipp: Am besten kombinierst du alle drei Methoden, um Achtsamkeit für dich zu lernen und zu verstärken.

Auch ich habe die Achtsamkeit bei weitem noch nicht für mich optimiert, wie das wahrscheinlich mein Urlaubsbeispiel auch gut zeigt. Dabei merke ich, dass ich besonders in letzter Zeit wieder sehr unachtsam geworden bin, da ich die Achtsamkeitsmethoden und -übungen einfach zu selten und unregelmäßig mache. In den besten und achtsamsten Zeiten verspürte ich dagegen eine absolut unfassbare und starke Energie, Lebensfreude und Glück (das haben dann natürlich auch andere gemerkt). Mir ging so vieles einfach von der Hand, ich nahm vieles um einiges cooler an und alles fühlte sich stimmiger an. Ich kann dir diesen Gefühlszustand nur nahe legen, insbesondere in der heutigen, sehr stressvollen, informationsreichen und von Follow und Likes geprägten Zeit, in der wir immer stärker den Bezug zu uns selbst verloren haben.

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Ich bin Oli, Gründer und dein Personal Coach, wenn es um das Thema Selbstbewusstsein und Potentialentfaltung geht. 

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