Entschuldigung, ich hätte noch gerne ein Problem!


Eins vorne weg... Wir alle haben tatsächlich ein einziges, wahres Problem: Wir machen uns unsere Probleme selbst. Vielmehr erschaffen wir sie uns aus unseren Gedanken, wir kreieren sie, wir machen sie uns weil unser Gehirn sich unnütz fühlt, wenn wir keine Probleme lösen können. Faktisch sind also diese Probleme gar nicht da, sie sind quasi eine Illusion unseres Gehirns. "Ähhm, moment mal..." wirst du jetzt sagen. "Wenn ein Problem da ist, ich etwas machen muss, dann ist doch das sehr wohl real?" Was ist, wenn ich dir sage, dass du dir all deine Probleme und Schwierigkeiten nur erschaffst, weil dein Kopf genau das benötigt, weil es anders nicht (mehr) geht? Interessanterweise haben wir, vielmehr unser Gehirn verlernt, mit einer Situation umzugehen, in der wir keine Probleme haben und in einem Moment einfach sein können. Selbst in unseren Urlauben schaffen wir diesen "Alf-Status" nicht (so nenne ich diese Situation, abgeleitet von der Serienfigur "Alf", der als Lieblingsspruch "Null-Problemo", hatte) Unser Hirn sehnt sich förmlich nach Aufgaben und Problemen, auch wenn wir glauben abzuschalten, weil wir uns nicht um die alltäglichen Probleme zu Hause oder auf der Arbeit kümmern: "Was machen wir morgen, wir können nicht schon wieder nur am Pool sitzen?" oder "Jetzt haben wir nur noch 2 Tage Urlaub, wie können wir diesen ideal nutzen?" Wir haben verlernt in einem Moment zu leben und das in dem Moment zu tun, wonach uns gerade wirklich ist. Wir kreieren neue Probleme weil wir uns mit diesem Gefühl des Alf-Status einfach nicht sicher fühlen. Einen vollen Tag ohne irgendetwas auf der Couch zu verbringen, und damit meine ich wirklich kein Fernsehen, kein Handy, kein Internet, kein Buch, sondern einfach nur sitzen und den Gedanken schweifen lassen, wer kann das heute noch. Unser Hirn sehnt sich nach einem Impuls, einer Aufgabe, und unterdrückt somit dieses Bauchgefühl das zu machen, was man gerade möchte. (Sorry wenn ich hier verallgemeinre, denn es gibt sicherlich Menschen, die können das sehr gut, wie zum Beispiel da meine Frau).

Der Fakt, dass du genau heute unbedingt deinen Keller aufräumen musst, weil du es ja schon so lange aufgeschoben hast, ist ein wunderbares Beispiel dafür. Ich selbst räume den Keller nur sehr ungern auf. Ach was rede ich, ich kann es nicht ausstehen. Meistens nimmt das kein Ende, ich stolpere über so viele alte Dinge, die ich weder weg schmeißen noch einfach in meinem Keller verrotten lassen kann. Dann muss ich schauen, was ich verkaufen kann, muss Bilder machen für Kleinanzeigen, und und und. Zack, ohne das Ichs merke habe ich sogar mehrere Probleme gleichzeitig geschaffen. Das passiert in meinem Kopf von ganz allein. Dabei dreht sich schon mein Magen um, ich habe diesen Druck im Kopf und spüre schon jetzt Frust und Gereiztheit. Doch den Fakt, dass ich gerade heute den Keller aufräumen muss, habe ich selbst in meinem Kopf erschaffen. Nirgends steht geschrieben, dass ich an diesem Tag den Keller aufräumen muss (okay, ausgenommen z.B. man muss den Keller auf Vordermann bringen, weil man z.B. kurz vor einem Umzug o.ä. steht). Den Druck, das Problem, das ich in diesem Moment kreiere entsteht dabei einzig und allein meinem Kopf. Deutlicher wird es aber, wenn wir uns Wochenenden ansehen, an denen wir die Zeit für uns hätten, mal zu entspannen und einfach mal die Seele baumeln zu lassen. In dem Moment des Alf-Status schießt uns quasi wie ein Blitz durch den Kopf: "Ach Mist, eigentlich musst du ja noch den Keller aufräumen". Dich überkommt schon fast ein schlechtes Gewissen bei dem Gedanken jetzt nichts zu machen wenn du doch den Keller aufräumen könntest. Gefolgt von all den Problemen, die sich aus der Aufgabe "Keller aufräumen" ergeben.

Und in der Rechten Ecke, der Herausforderer... Das Bauchgefühl

Hattest du nicht auch schonmal diesen Moment, an dem dein Körper irgendwie die Lust verspürt hatte, jetzt Ordnung zu schaffen. Ich spreche nicht von deinem Kopf, der dir sagt: Es sollte ordentlich sein. Ich spreche von einem internen Antrieb, ein Gefühl das eher aus der Bauchregion kommt. Regelrecht eine Art Lust die dich überkommt, den Keller oder den Schrank oder irgendetwas auszumisten. Alte Dinge raus zu schmeißen. Wäre es nicht besser einen solchen Moment zu nutzen um die Aufgabe "Keller aufräumen" in Angriff zu nehmen? Wenn diese Aufgabe kein Problem ist, sondern etwas ist, auf was du gerade lust hast. Weg vom "Ich muss noch..." hin zu "I will jetzt....". Auffällig ist das bei mir im Sport geworden. Häufig gibt es Momente, an denen ich gar keine Lust habe, Sport zu machen. Ich schaue auf die Uhr, denke mir "Ach Mist, und Sport solltest du heute auch noch machen". Der Kopf macht daraus ein Problem und das Training ist einfach nur qualvoll. Doch es gibt genau so viele Momente, an dem ich mich regelrecht auf das Training freue, weil es zu mir gehört, zu meiner Person, ich es lieben gelernt habe und ich aus meinem Bauch handle. Menschen sprechen von einer Leidenschaft. Und wow, das Training ist effektiv in meiner Leidenschaft, dass kann ich sagen. Klar, es ist jetzt schwierig diese zwei Beispiele zu vergleichen, denn eine Leidenschaft fürs Keller aufräumen, werde ich so sicherlich nicht entwicklen (wenn das einer hat, bitte eine Mail an kontakt@livableyou.com, mein Keller ist nicht sehr groß aber da steckt ganz schön Arbeit drin). Doch irgendwie ist es doch wiederum das Gleiche. Denn es geht letztendlich darum, dass ich separieren muss, von wo dieser Antrieb jetzt tatsächlich her kommt, vom Kopf, weil ich mir etwas einrede (z.B. ein Problem übergewichtig zu sein), oder aus dem Bauch, weil ich spüre dass der Sport oder die Ordnung mir gut tut und mich in diesem Moment weiter bringt. Menschlich, Persönlich. Es geht hier tatsächlich um Selbstbewusstsein, also das Wissen über sich selbst. Die Verbindung mit sich selbst, eine Gesunde Emotionale und Geistige Verbindung mit sich selbst einzugehen. Ja es klingt etwas abgedreht, weil du jetzt denkst, dass ist alles nicht die Realität. Und ich tue mich damit noch ebenso schwer wie du. Denn der Fakt, dass es so einfach ist, ist für uns nicht real, dagegen denken wir, dass etwas Realität ist, wenn dieses aber nur aus unserem Kopf entspringt und quasi nicht Fakt ist. Kompliziert? Find ich auch, irgendwie. Lass uns daher hier erstmal einen Cut machen und uns in einem späteren Beitrag nochmals über Realität und Fiktion kümmern.

FAZIT:

Zugegeben, mit zwei Beispielen einen komplexen Sachverhalt zu pauschalisieren... das macht das Thema nicht einfacher zu verstehen. Doch es soll veranschaulichen, welchen alltäglichen Situationen wir gegenüberstehen und uns unsere Probleme selbst kreieren. Unser Hirn ist einfach nicht in der Lage, einen Alf-Status einzunehmen: Wir sind entweder zu Übergewichtig oder zu Dürr. Das kann man ewig so weiter spinnen, denn was du dir auch überlegst, es wird immer ein Problem und Aber geben, mit dem sich dein Hirn auseinander setzt. Das Hirn will Probleme, und das besonders, wenn es scheinbar nichts zu tun hat und sich mit dem Moment beschäftigen müsste. Du kennst dabei sicherlich das Gefühl am Sonntagmittag (am besten bei Sonnenschein, an dem scheinbar alles gut ist), an dem blitzartig der Gedanke entspringt "Oh man, morgen schon wieder Montag". Du kannst dabei doch nicht bestreiten, dass dann dein ganzer Sonntag schon wieder gelaufen ist? Du machst aus einer wohltuenden Situation ein Problem. Darüberhinaus ist dieses Problem nichts reales. Ja, vielleicht ist an dem Tag darauf wieder Montag, doch wo liegt jetzt das Problem? Du denkst an die Situationen und Herausforderungen in diesem Moment, die kommen, wenn du beispielsweise wieder in der Arbeit sitzt. Doch warum hast du jetzt, am Sonntag, dieses Problem (vorausgesetzt wir haben jetzt Sonntag... ach du weißt schon was ich meine). Wir suchen und erschaffen uns ein Problem, das JETZT gar keins ist. Es ist jetzt keine Realität (hierzu folgt in kürze noch mehr auf LIVABLE.YOU). Darüber hinaus verbreiten wir gerne dieses Problem wie einen Virus, sagen unseren Partnern "Och man, morgen ist Montag, ich habe so keine Lust". Auf einmal kreiert der Partner dasselbe Problem, oder vielleicht ein anderes, dass aber in diesem Moment keine Realität ist. Ich möchte nicht sagen, dass es keine Herausforderungen (nehme ich lieber als Probleme) gibt, die zu meistern sind. Aber das sind Aufgaben, die zu sich selbst gehören. Wenn diese Aufgaben keinen Spaß machen und wenn dein ganzer Körper sich dagegen sträubt, dann mache sie nicht. Wenn dein Kopf sagt, du musst es aber tun, ist dieses Problem dann wirklich real? (auch das in einem späteren Beitrag auf LIVABLE.YOU). Zugegeben, das ist sehr schwierig zu greifen und ich verstehe auch erst immer im Nachgang, wenn mein Kopf wieder ein Problem erschaffen hat, das es nicht gibt. Doch das Bewusst machen hilft schonmal, sich damit auseinander zu setzen und zu verstehen, wann ein Problem wirklich realistisch ist.

DEINE ÜBUNG:

Ab sofort werde ich dir ein paar Übungen (quasi emotionale Fitnessübungen) an die Hand geben, die du einfach durchführen kannst um die in den Beiträgen angesprochenen Themen zu vertiefen oder auch sacken zu lassen:

Ich möchte dir dabei heute vorschlagen, dass du ab heute, immer wenn dir ein Problem, eine Herausforderung oder ein "Ich sollte noch .... tun" einfällt, kurz inne hältst, dir darüber Gedanken machst, wie dieses Problem entstanden ist, ob dieses Problem tatsächlich jetzt und von dir gelöst werden muss sowie auf dich selbst zu hören, was du jetzt gerne in diesem Moment am liebsten machen würdest. Gut ist, wenn du dir am Tag, wenn dir bewusst ein Problem auffällt, dieses auf ein Blatt Papier aufschreibst. Schreibe dir auf "Ich habe Problem ..." oder "Ich muss jetzt .... tun" und denke darüber nach, ob das Problem wirklich real ist oder nicht. Schreibe also beispielsweise auf "Ich muss heute noch den Keller aufräumen". Schau es dir genau an und denke darüber nach, ob du den Keller unbedingt heute aufräumen musst, oder ob du dir nur selbst den Druck, das Problem gemacht hast, diesen unbedingt heute aufzuräumen. Hat dir jemand gesagt, du musst ihn heute aufräumen? Hast du einen Stichtag, den Keller aufgeräumt zu haben? Warum muss der Keller aufgeräumt werden? Was bringt dir ein aufgeräumter Keller? Höre in diesem Moment auf dein Bauchgefühl, was dieses sagt. Es kann z.B. sein, dass du plötzlich wirklich Lust bekommst, den Keller aufzuräumen, weil du damit endlich den ganzen alten kram los wirst oder dich freust alte Dinge wieder herauszukommen mit dem du dich am nächsten Tag beschäftigen kannst. Dein Bauchgefühl kann dir aber auch sagen, dass du heute die Zeit mit deinen Kindern verbringen willst und das mit dem Keller nichts ist, was du heute machen musst. De-eskaliere das Problem, verschiebe es aber nicht einfach. Ich möchte dir damit sagen, dass du deine Probleme nicht einfach vor dich her schieben sollst, sondern du dir einfach bewusst werden musst, ob du ein Problem lediglich kreierst oder wirklich besteht. Du sollst das Problem lösen, in dem du es auflöst, nicht ausblendest. Dabei gibt es sicherlich Probleme, die eine wirklich Aufgabe sind und die getan werden müssen, keine Frage. Eine kaputte Fensterscheibe im Winter ist ein akutes und reales Problem, dass gelöst werden muss, da ansonsten in der Wohnung sich Eisbären heimisch fühlen würden (es sei denn du liebst es kalt und dein Bauchgefühl sagt dir, dass es super ist wie es ist... was ich aber nicht wirklich glauben kann) Aber mache dir dieses Problem erst einmal wirklich bewusst, schreibe es auf, analysiere es und höre auf dein Gefühl. Fange dich an zu verstehen und höre auf dich, denn du hast alle Antworten die du brauchst bereits selbst.

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Ich bin Oli, Gründer und dein Personal Coach, wenn es um das Thema Selbstbewusstsein und Potentialentfaltung geht. 

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