Home-Gym - Sollte ich eigentlich zu Hause trainieren?


Wer Sport macht, hat sich mindestens einmal die Frage stellen müssen, ob er monatlich Geld fürs Fitnessstudio ausgeben möchte. Besonders in den Wintermonaten strömen dabei viele ins Gym, da der Sport draußen meistens nichtmehr möglich wird. Zu kalt, zu nass, zu dunkel. Viele sehen die einzige Alternative zum "Nicht-Trainieren" dann in der Anmeldung im Fitnessstudio. Doch dass man nicht der einzige mit diesem Gedanken ist, merkt man spätestens, wenn drei Weitere Fitnessgäger bereits an deinem nächsten Trainingsgerät im Gym warten, obwohl du es vielleicht eilig hast, weil du heute schon 10 Stunden arbeiten warst und eigentlich dein Training schnell durchziehen möchtest. Viele denken dann über ein mögliches Training zu Hause nach. Doch bringt mir denn ein Training zu Hause die selben Erfolge? Wann sind die Vorteile, was sind die Nachteile? Kurz gesagt: Sollte ich eigentlich zu Hause trainieren?

Du hast mehr Möglichkeiten als du denkst

Viele werden jetzt wahrscheinlich denken: Ach, ich habe doch keinen Platz für ein Home-Gym! Natürlich kannst du nicht sämtliche Fitnessgeräte, an denen du vielleicht im Fitnessstudio trainierst, in dein Wohnzimmer stellen. Doch hast du dir vielleicht schon überlegt, dass vorerst gar nicht so viel Equipment bei dir zu Hause stehen muss? Du hast mehr Möglichkeiten als du denkst. So kannst du definitiv zu Hause mit minimalem Platz ein Ganzkörpertraining mit deinem Körpergewicht machen. Dazu können dir einzelne Möbel sogar helfen, wie z.B. Stühle. Willst du intensiver trainieren, hole dir einen Schlingentrainer, den du zu Hause beispielsweise in deine Tür klemmen kannst. So kannst du zu den Ganzkörperübungen mit dem Körpergewicht noch Variationen mit dem Schlingentrainer einbauen. Ich verspreche, dafür brauchst du wenig Platz. Auch wenig Platz brauchen hier 2 Kurzhanteln mit entsprechenden Gewichten, mit denen du dann zudem den Bizeps, Trizeps und viele andere wichtige Muskeln weiter trainieren kannst. Kurzhanteln oder Alternativ auch eine SZ Stange kannst du dabei unter dem Bett oder im Schrank schnell verschwinden lassen. Du kannst dir nach und nach Equipment hinzu kaufen, bis du den Platz zum Verstauen nichtmehr findest. Es gibt Tonnen von Übungen, die du dabei beispielsweise nur mit Kurzhanteln machen kannst.

Ich habe genau so Jahrelang trainiert. Nachdem ich vor ca. 4 Jahren nach Stuttgart gezogen bin, habe ich, bis auf meine Personal Trainings, die ich teilweise in Fitness Studios gebe, kein Gym mehr von innen gesehen. Angefangen mit Ganzkörperübungen, im Sommer draußen, im Winter in den eigenen vier Wänden. Nach und nach kam mehr Equipment dazu, um härter und besser zu trainieren. So habe ich die Möglichkeit geschaffen, immer und zu jeder Zeit zu Hause zu trainieren, was viele Vorteile und natürlich auch ein paar Nachteile mit sich bringt, auf die ich im Folgenden nochmal eingehen werde.

Die wesentlichen Vorteile des Home-Gym

1.) Zeitliche Ersparnis

Ich kenne sehr viele Leute (und ich war früher einer davon) die sich nach einem harten Tag nichtmehr ins Gym aufraffen können. Sind die Trainingssachen nicht gleich dabei, und muss man erst nochmal nach Hause fahren, ist man meist gewillt, gleich zu Hause zu bleiben. So hast du statt Gewichten plötzlich das Feierabendbierchen in der Hand und versinkst mit deiner Freundin, Frau oder Familie auf der Couch. Doch hast du dein "Studio" zu Hause, so kannst du dir nichtmehr einreden "Ach das Studio ist jetzt so weit weg und jetzt bin ich ja schon zu Hause, da lohnt es sich nichtmehr". Vielmehr ergibt sich die "Sch***, jetzt muss ich schon noch was machen" Mentalität wenn das Studio nur 10 Schritte von dir weg ist. Du bist zudem nach deinem Training auch gleich schon zu Hause, hast also viel mehr Zeit, die sich durch das Ersparen von Fahrzeit, Warten an Fitnessgeräten etc. ergibt. Du kannst also auch nach einem 10 Stunden Arbeitstag noch zu Hause (kurz) was machen.

2.) Trainiere wann du willst

Zu der zeitlichen Ersparnis (und diesen Punkt möchte ich wirklich als Extrapunkt aufnehmen) kommt die Flexibilität des Home-Gym. Auch wenn viele Fitnessstudios heute schon sehr früh morgens oder spät Abends, teilweise sogar 24 Stunden offen haben, die Flexibilität des Home-Gyms ist trotzdem um ein Vielfaches höher. Du wachst Sonntags auf und hast Lust auf Sport? Einfach loslegen. Du hast Samstagabends noch was vor und hast noch 1 Stunde zuvor Zeit bevor es los geht? Einfach loslegen. Du Arbeitest Abends eher länger und könntest morgens noch ein Training einbauen? Einfach loslegen. Du hast einfach die zeitliche Ersparnis aus Punkt 1 kombiniert mit einer maximalen Flexibilität, also wenn das nicht für ein Home-Gym spricht?

3.) Mehr Konzentration auf das Wesentliche

Du kannst dich in deinem Home-Gym voll und ganz auf dein eigenes Training konzentrieren, ohne sich von anderen (oder etwas) ablenken zu lassen. Super hierbei, einfach auch mal mit weniger Gewicht konzentriertes und sauberes Training zu machen. Im Studio sieht man viele Sportler, die sich aus Ego viel auf die Hantel drauf packen, um anderen zu imponieren. Meistens wird dann so viel Gewicht genommen, dass die Übungen auf einmal unsauber werden. Doch im Gym gilt die Regel: Lass dein Ego zu Hause. Vorteil beim Home-Gym: DU BIST SCHON ZU HAUSE. Du konzentrierst dich komplett auf dein Training, kannst auch gerne mal weniger Gewicht nehmen, um saubere Wiederholungen machen zu können, ohne dass das Ego plötzlich angekratzt ist. Es kann schließlich keiner Zusehen. Vielmehr habe ich beispielsweise erst durch das Home-Gym richtiges und intensives Training verstehen gelernt, da ich mich vielmehr mit dem Training auseinander setzen kann.

4.) Langfristige Investition

Natürlich gehört zum Home-Gym auch dazu, dass du für deinen Sport und deine Gesundheit langfristig investierst. Die Trainingsgeräte stehen einmal angeschafft quasi ein Leben lang zur Verfügung. Das Gefühl nach und nach dir neues Equipment dazu zu kaufen ist (für mich zumindest) grandios und du merkst mit jedem Zukauf, wie sich dieser auf dein Training auswirkt. Welches Gym schafft das schon?

5.) Bessere Hygiene

Wenn du im Gym schonmal an einem verschwitzten Trainingsgerät gesessen hast oder in großen Fitnessketten im Freihantelbereich vor Schweißdunst nichtmehr richtig Atmen konntest, weißt du, dass Hygiene in Fitnessstudios zwangsläufig durch die Menge an Benutzer nicht immer optimal sein kann. Natürlich gibt es in Gyms Desinfektionsmittel etc. Doch ohne Zweifel ist beim Home-Gym die Hygiene sicherlich um ein vielfaches Besser als in einem Fitnessstudio, in dem hunderte Sportler vorher ihre Bakterien und ihren Schweiß verteilt haben.

Die wesentlichen Nachteile des Home-Gym

1.) Nehme Rücksicht auf deine Nachbarn

Da die meisten von uns wohlmöglich noch immer zur Miete wohnen, sollte beim Training grundsätzlich Rücksicht auf die Nachbarn genommen werden. Das Fallenlassen von schweren Gewichten auf den Laminatboden wird nicht nur Macken im Boden hinterlassen, sondern kann auch den ein oder anderen Nachbarn sauer machen. Auch Laute Musik oder lautes Schreien kann die Nachbarn verärgern. Da hilft nur Ruhezeiten möglichst einhalten, mit den Nachbarn reden und abstimmen und die ein oder andere Matte unterlegen.

2.) Einfach kein Platz

Der größte Faktor, der gegen ein Home-Gym sprechen kann, ist natürlich der notwendige Platz. Solltest du lediglich Ganzkörpertraining ohne Gewichte machen oder nur vereinzelte Kurzhanteln zum Training nutzen, sollte das fast noch kein Problem sein. Schwierig wird es, wenn du dich stets in deinem Training steigern und zusätzliches Equipment kaufen möchtest. Da schwere Kniebeugen mit höheren Gewichten beispielsweise ohne ein entsprechendes "Squad-Rack" (also Kniebeugenständer) wahrscheinlich schwierig werden, sollte ein solches auch Einzug in euer Home-Gym finden. So wird aus einer kleinen Fitnessecke gleich ein ganzer Fitnessraum. Dh. mit einer Zweizimmerwohnung werdet ihr nichtmehr weit kommen. Natürlich könnt ihr euer Gym wenn möglich auch im Keller oder in der Garage aufbauen, wobei es hier im Winter auch wieder etwas kälter werden kann.

3.) Ähm, kannste mal helfen?

Noch schwieriger wird es als Fitnessanfänger. Denn natürlich kannst du dir vieles selber aneignen und heutzutage auch durch YouTube (oder Fitness-Blogs ;) ) einiges dazu lernen. Dennoch wirst du keinen Fitnesstrainer fragen können, wie du es vielleicht in einem Fitnessstudio machen könntest. Falsche Ausführungen kannst du daher nur schwer ausgleichen, denn du musst selbst drauf kommen, das die Ausführung falsch ist. Mein Tipp hierbei: Filmt euch während dem Training aus mehreren Winkeln um euer Training zu begutachten und zu verbessern. So könnt ihr dann auch wieder zum Vorteil wechseln, nämlich dem konzentrierten Training. Da ist der fehlende Trainingspartner schon eher zu merken. Besonders bei Übungen wie das Bankdrücken ist ein Spotter, der hinter einem steht und hilft, falls das Gewicht mal nichtmehr geschafft werden kann, sehr empfehlenswert. In der Wohnung können meist nur noch zB. die Freundin helfen, wobei sich das manchmal bei Bankdrücken mit 70kg Aufwärts als schwierig erweisen kann.

4.) Push it NOT to the limit

Leider hat das Training zu Hause auch seine Limits. So ist beispielsweise Cardiotraining ohne Laufband oder Trimmrad nur bedingt zu Hause machbar. Natürlich kannst du beispielsweise Schattenboxen oder Kraftausdauerübungen machen. Zum richtigen Cardio musst du dir aber etwas einfallen lassen, z.B. draußen zu laufen. DAS Wiederrum kann sich im Winter als sehr kalt erweisen. Weiterhin wirst du bald auch an den Punkt stoßen, an dem du wieder neue Hantelscheiben benötigst. Und Gewichte für die Langhantel sind nicht immer sehr günstig. So habe ich mir mittlerweile für mehrere hundert Euro Gewichte bis 150kg zulegen müssen, um mein Training entsprechend durchziehen zu können. Und wir sprechen hier natürlich lediglich von Freihanteln. Geführte Trainingsgeräte sind noch teurer und nehmen immens Platz weg. Hier kann man sich im Fitnessstudio ggfs. besser an sein Limit heran wagen.

5.) Teure Investitionen

Wie oben in Punkt 4 schon erwähnt: Ein Home-Gym ist teuer. Fitness-Rack, Langhantel, SZ-Stange, Kurzhanteln, entsprechende Gewichte und Matten. So kommen gut und gerne mehrere Hundert und sogar Tausend Euro zusammen, je nachdem was für Equipment ihr euch zulegt. Natürlich gehört dass euch dann auch alles. Trotzdem ist das eine Investition, die erstmal getätigt werden muss.

(Ich sehe das dennoch als unkritisch an in Hinblick auf die hohen Fitnessstudiogebühren, die teils gezahlt werden, um temporär im Fitnessstudios zu trainieren. Und wir sprechen hier auch gerne mal von mehreren Hundert Euro im Jahr)

6.) Ggfs. fehlende Motivation

Noch ein Nachteil, der aber sehr von eurer Persönlichkeit und eurer Disziplin abhängt: Fehlende Motivation. Und damit mein ich nicht die generelle Motivation überhaupt zu trainieren, sondern die Motivation alleine zu trainieren. Viele gehen mittlerweile gerne mit Kumpels oder mit ihren Freundinnen ins Training. Man stichelt sich gegenseitig an, motiviert sich und bringt sich ans Limit. Alleine zu Hause gehört hier sehr viel Eigendisziplin und Eigenmotivation dazu. Das kann auf Dauer schwierig sein, muss es natürlich nicht. Ich selbst trainiere gerne zu Hause für mich selbst, habe meine Ruhe mit der Musik und konzentriere mich nur auf mich selbst, kein Gerede, keine Ablenkung. Dass muss also nicht zwangsweise ein Nachteil für dich sein.

FAZIT:

Nur diese wenigen Vor- und Nachteile aufzuzählen bringt uns aber schon zu dem Schluss: Ein Home-Gym macht Sinn, wenn du den notwenigen Platz, die tolerierenden Nachbarn und ein bisschen Kleingeld hast. Ich kann ein Training zu Hause dabei nicht für Anfänger empfehlen, die besser im Fitnessstudio erst einmal mit einem Trainier oder zumindest an geführten Trainingsgeräten ihre Grundfitness aufbauen. Das Home-Gym lohnt sich für alle, die schon ein bisschen Erfahrung mit dem Training gesammelt haben und sich zu Hause selbst zu konzentriertem, sauberen Krafttraining motivieren können. In Kombination mit zB. dem Laufen in der freien Natur kann ein Home-Gym eine optimale Alternative zum Fitnessstudio sein, denn du sparst dir insbesondere Zeit und bekommst mehr Flexibilität. Und ist es nicht das, was wir nach einem langen Tag haben wollen? Ich finde es überragend, dass ich nach einem harten 10 - 12 Stunden Tag trotzdem noch ohne Probleme zu Hause mein 1,5 Stunden Training machen kann - und noch immer zusätzliche Freizeit habe, um dir z.B. diese Zeilen zu schreiben.

Hier noch ein paar Tipps, was die absoluten Home-Gym Must Haves für dich sein sollte (aus meiner Sicht):

... für leichtes bis mittelschweres Ganzkörpertraining

- Kurzhanteln

- Schlingentrainer (einhängbar in die Tür / Türrahmen)

- Fitnessmatte / Rollmatte

- Blackroll (Essential)

... für schweres Krafttraining

- Kurzhanteln

- Langhantelstange

- SZ-Stange

- Squad Rack

- Fitnessmatte / Schalldämmmatte

- Hantelbank / Schrägbank

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Ich bin Oli, Gründer und dein Personal Coach, wenn es um das Thema Selbstbewusstsein und Potentialentfaltung geht. 

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