Mach dein Leben LIVABLE


Wisst ihr noch, was ihr als Kind werden wolltet?

Die Tatsache, dass ich diese Zeilen im Flugzeug schreibe zeigt es schon: Ja, fliegen gehört mit zu den Aufgabenstellungen meiner Stellenbeschreibung als Key Account Manager in einem Automobilzulieferunternehmen. Und nicht nur das. Zudem gehören auch Telefonieren sowie das Schreiben und Beantworten unzähliger E-Mails, die im Verhältnis 2:1 (2 Mails im Eingang zu 1 Mail versendet) die Inbox regelrecht überschwämmen. Und natürlich sind da auch noch Besprechungen, Neu-Deutsch „Meetings“. Da man heutzutage durch das Geschäftshandy immer erreichbar ist, muss man bei diesen nichtmal mehr persönlich anwesend sein, sondern kann über eine Telefonkonferenz mehr oder weniger effizient das gleiche Ergebnis erzielen (*lach*, wenn das nur so wäre).

Warum ich mir dieses „Leben“ so ausgesucht habe? Es ist der Beruf, den ich machen... muss? soll? kann? Nach meinem Abitur musste ich mich entscheiden, was ich so in und mit meinem Leben tun möchte. Ausbildung? Eine Möglichkeit, gleich Geld zu verdienen. Aber nach reichlicher Überlegung kam der Entschluss: "Studieren!" Ja, nach vielen Jahren Schulbank nochmal die Schulbank drücken... Super! Das Ziel: Viel Geld verdienen. Und warum? Na um MIR irgendwann alles leisten können, Freiheit zu haben.

Und irgendwann transformierte sich dieser Gedanke: MIR und MEINER FAMILIE alles bieten können. Freiheiten haben. Ja, meine Kinder, meine Enkel, alle sollen es mal so richtig gut haben und entscheiden können, was sie tun und machen. Und diese Freiheit bekommt man durch harte Arbeit.

Wisst ihr noch, was ihr als Kind werden wolltet? Das vergisst man sein Leben lang nichtmehr, diesen Wunsch, diesen Lebenstraum. Euphorisch sagt man als Kind so etwas wie: Wenn ich groß bin, möchte ich Feuerwehrmann werden... oder Polizist... oder Astronaut. Was ich werden wollte? Pilot. Und auch heute schau ich wie ein Kleinkind an den Himmel, wenn wiedermal ein Flugzeug vorbei zieht, immer den Traum vor Augen so ein Ding mal fliegen zu dürfen. Dieser Traum, der mich kurzzeitig wieder 5 Jahre alt werden lässt und mir wieder dieses unbeschwerte Kindheitsgefühl von Träumen gibt.

Was aus meinem Traum geworden ist? Eine Entscheidung! Eine Entscheidung, es sein zu lassen. Ein Buch (Klaus-Jürgen Schwahn's "Beruf Pilot") hat mir vieles gezeigt: Enorme Kosten für die Flugausbildung, gepaart mit hohen Abzahlungsraten, zu Beginn sehr geringen Löhnen (bis man Kapitän auf Langstreckenflügen wird, muss man einige Jahre Flugstunden auf dem Buckel haben) und medizinischen Untersuchungen, die, einmal nicht bestanden, dazu führen, dass man erstmal nicht abheben darf und somit erstmal keinen Lohn bekommt. Kein Lohn bedeutet, man kann die Abzahlungsraten nicht zahlen, man kann sich nicht einfach alles Leisten, man hat nicht wirklich die Freiheit. Nein, dass ist kein zukunftsträchtiges Unterfangen. Und erst eine Familie neben der ganzen Fliegerei aufzubauen...

Von der 60 Stunden Woche

Aber seien wir doch mal ehrlich: Wer von uns hat sich bitte als unschuldiges, noch von der Welt nicht versautes Kind gewünscht, eine 60 Stunden Woche zu haben? Wer sagt als Kind: "Also wenn ich groß bin, dann möchte ich täglich 50 Mails bearbeiten, 10 - 20 Stunden pro Woche auf Flughäfen oder der Straße verbringen, jede Woche so viel Stress haben, dass man quasi nur noch auf der Suche nach dem nächsten Wochenende oder Urlaub ist, in den man sich retten kann? Wer von uns hat sich gewünscht, immer erreichbar sein zu müssen, so viel zu arbeiten um eben irgendwann seinem einzigen Ziel, Freiheit und Unabhängigkeit im Ruhestand einen Stück näher zu kommen?

Tag täglich zur Arbeit, morgens um 6 Uhr nach gerade mal 6 Stunden Schlaf aus dem Bett... manchmal sogar noch früher, um den ersten Flug zum Kunden unter der Woche zu bekommen. Dann wieder mit dem letzten Flug Abends zurück. Da es keinen Direktflug gibt, gibts Abendessen und vielleicht noch ein kleines Bier im Flughafenrestaurant. Kurz vor Mitternacht dann endlich zu Hause sein, unter die Dusche, ab ins Bett um am nächsten Tag dann die Resultate der Meetings umzusetzen. Das Woche für Woche, um irgendwann „Freiheit“ zu haben, sich endlich alles Leisten zu können und das zu machen, was man möchte.

Je mehr ich mir diese, nennen wir sie "Perversion", angeschaut habe, desto mehr habe ich mir die Ironie dieser Lebensart bewusst gemacht. Und ja, es klingt sehr plakativ und provokant wenn ich sage: Wir nehmen uns die Freiheit JETZT um irgendwann eines Tages die Freiheit zu genießen. Wir zwängen uns in Klamotten, die wir nicht mögen, um uns Klamotten zu kaufen, die wir mögen, wir aber kaum Zeit haben, diese zu tragen. Ich hasse zum Beispiel Krawatten. Und jedesmal, wenn ich eine Trage, sieht man mir an, dass ich mich nicht wohl fühle, wie ein Hund im zu engen Halsband. Und doch habe ich einige Krawatten im Schrank hängen, in allen Farben und Formen, um beim nächsten Meeting Erfolg zu haben und wiederum neue Klamotten und Krawatten kaufen zu können. Aber wir tun noch mehr: Wir nehmen uns neuen Themen "gerne" an, auf die wir wirklich keine Lust oder keine Zeit haben. Neue Herausforderungen, Projekte, um ein gutes Licht auf uns zu werfen und wieder die Karriereleiter ein Stück nach oben zu klettern. Wir arbeiten hart, um irgendwann noch härter zu arbeiten. Und wir schränken uns dabei in so vielen Dingen ein, nehmen uns die Zeit mit unseren Liebsten und manche sogar mit ihren eigenen Kindern. Wir arbeiten uns unter der Woche so müde, dass wir an den Wochenenden kaum noch etwas zustande bekommen, schließlich muss die Wohnung geputzt und der Einkauf gemacht werden. Wir essen ungesund, weil das uns für einen kurzen Moment glücklich stimmt. Wir können aber auch keinen Sport mehr machen, weil wir ja keine Zeit mehr haben. Daher werden wir immer träger und nach und nach zu Couch-Potatos. Wir schauen uns in unserer verbliebenen Freizeit Schrott im Fernsehen an und sagen uns selber, dass es mal schön ist "sich mit Schrott berieseln zu lassen und endlich mal nicht denken zu müssen". Wir arbeiten, arbeiten und arbeiten noch mehr, um Geld zu haben, Eigentum, eine Altersvorsorge, um mit 65 (oder wahrscheinlich irgendwann mit 70) in die Rente zu können.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben...

Dieser Gedanke, endlich in der Rente zu sein, Freiheit zu haben, endlich alles zu tun, was man möchte. Nur stellt sich jetzt die Frage: Was kann und will man tatsächlich noch alles tun? Ich war erst in diesem Jahr wieder in den USA (schau hier mal in den Bereich Reisen ;). Wir sind dabei durchschnittlich 15-20km täglich gelaufen, um wirklich alles sehen und erleben zu können. Natürlich ist die Hoffnung groß, dass ich mit 70 das auch noch machen kann, ich rüstig und fit bin. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aber stellen wir uns trotzdem einmal die Frage... Wird das wirklich so sein? Kann ich das dann wirklich mit 70 noch machen? Kann ich mit 70 Jahren noch den Kaibab Trail im Grand Canyon herunter wandern? Oder mit vollem Gepäck durch San Francisco zum Hotel laufen? Ich provoziere jetzt und frage mich: Erlebe ich denn mein 70. Lebensjahr überhaupt noch?

Ich bin 30 Jahre geworden. Ich schaue zurück auf mittlerweile 5 Jahre Berufserfahrung, teilweise sehr anstrengende Zeiten. Der Blick nach vorne, das Datum auf meiner Rentenversicherung: „Voraussichtliche Rente ab 2053“ treibt mir die Tränen in die Augen. Mache ich die nächsten 35 so weiter, werde ich entweder meine Rente nicht und meine Rente nur bedingt miterleben. Das Statement „Na so ist es nunmal, jetzt reiß dich zusammen“, konnte ich einfach nichtmehr hinnehmen. Ich möchte dabei nicht sagen, dass man im Stile einer Lebenskrise alles Aufgeben soll, sich einen Sportwagen zulegen und endlich "verwirklichen" soll. Dies alles sind Extreme, die aber oftmals aus solchen Gedanken und Werdegängen resultieren. Vielmehr bin ich mir aber einer Sache bewusst geworden: Es ist pervers zu glauben, man müsste seine Freiheit JETZT aufgeben, um irgendwann frei zu sein. Tim Ferriss hat in seinem Buch "Die 4-Stunden-Woche" beschrieben, wir alle sagen immer, wir möchten Millionäre sein, aber eigentlich möchten wir nur wie Millionäre leben, frei und unabhängig sein in dem was man tut, oder auf das Geld achten zu müssen und Zeit zu haben für die Abenteuer und schönen Dinge im Leben. Das hat mich auf die Frage gebracht: Was macht das Leben denn lebenswert (englisch: livable)?

Lifebalance und Lebenswertes

Gehen wir mal von der Tatsache aus, wir arbeiten tatsächlich bis in das 65. Lebensjahr. Wir haben eine sehr gute Karriere hinter uns, hatten auch sehr schwere Zeiten erlebt, aber stehen jetzt endlich kurz vor der Rente und haben sogar 1 Millionen Euro Vermögen angespart. Dazu haben wir in unserer Laufbahn auf vieles absichtlich verzichtet, um es jetzt in vollen Zügen genießen zu können.

Wir fangen an zu kaufen: Ein Auto. Da wir in einen Sportwagen leider nichtmehr hinein- oder heraus kommen, kaufen wir uns einen komfortablen Mittelklassewagen mit hoher Leistung und Vollausstattung... Natürlich wesentlich für die Stadt. Einen neuen Fernseher mit Gestik Steuerung und Spracherkennung, den wir lediglich Abends kurz einschalten, um das erste Programm zu sehen und nach 1 Stunde dann davor einzuschlafen. Eine Immobilie, wobei wir bei einer Wohnung verbleiben da wir Treppen in einem Haus nur noch schwer hoch und runter kommen. Und natürlich viele Reisen, wobei wir einfacher halber in All Inclusive Hotels unterkommen wollen anstatt abenteuerlich durch die Straßen und Landschaften zu wandern, ohne auch ein Hotel gebucht zu haben. Je mehr ich solche Beispiele bringe, desto mehr erkenne ich, dass das nicht richtig sein kann.

Christian Bischoff, ein Motivationstrainer und Lifecoach, sagt dabei etwas, das mir heute immer deutlicher geworden ist: "Dein wichtigster Moment in deinem Leben ist JETZT" Der Glaube, alles bis zu einem gewissen Tag zurück zu halten, ist meiner Meinung nach ein Irrglaube. Nicht umsonst gibt es den Begriff "(Work-) Lifebalance", etwas, dass viele be-jahn und mitunter einer der alltäglichen Ziele eines Jedermann ist.

Ich habe es selbst zu meiner Aufgabe gemacht, meinem Leben eine Gewisse "Lifebalance" zu geben. Die Freiheit, die ich bereits besitze, wieder zu entdecken, die lebenswerten Dinge in meinem Leben zu fokussieren. Und ich möchte diesen Weg gerne mit euch teilen. Folgt mir, wie ich einen stressigen Beruf mit lebenswerten Momenten vereine. Lernt Tipps und Trick kennen, wie ihr euch zusätzliche Zeit verschafft, um eurer Begeisterung zu folgen und euch Träume zu erfüllen. Lest meine Reiseblogs und bekommt Lust und Ideen für eure ganz eigenen Abenteuer und Erlebnisse. Entdeckt euch und eure Freiheit wieder, macht euer Leben LIVABLE!

#Livable #Arbeit #Lifebalance

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Über LIVABLE.YOU Stuttgart

Hallo und herzlich Willkommen auf LIVABLE.YOU! 

Ich bin Oli, Gründer und dein Personal Coach, wenn es um das Thema Selbstbewusstsein und Potentialentfaltung geht. 

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